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Das Limes-Kastell zu Pohl

Der Limes, mit dem die Römer um 200 n. Chr. ihr Reich gegen die immer wieder aus Norden drängenden germanischen bzw. alemannischen Stämme absicherten, gehört auch aus heutiger Sicht noch zu den größten und bedeutendsten Militäranlagen und Grenzbefestigungen der Geschichte. Auf den knapp 550 km zwischen Rheinbrohl am Rhein und dem Kastell Eining bei Regensburg an der Donau sicherten die Römer ihre Grenze mit Graben, Palisaden oder Mauern, rund 1000 Wachttürmen und 100 Kastellen. Dieses größte noch erhaltene Bodendenkmal der Welt wurde im Juli 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Bereich der heutigen Pohler Kirchstraße unmittelbar vor dem Gelände des Alten Friedhofes befand sich das römische Kleinkastell Pohl. Aus westlicher Richtung vom Kastell Hunzel kommend knickte der Limes hier fast rechtwinklig nach Süden in Richtung auf das Kleinkastell Pfarrhofen und das Kastell Holzhausen ab. Der etwas im Hinterhang gelegene Platz erlaubte vom Turm aus einen weiten Blick über die Lollschieder Senke und die Hänge des Hasenbachs. Außerdem berührte der Limes hier die uralte Heer- und Handelsstraße, die schon seit keltischer Zeit über die Taunushöhen zur Lahn hin führte. Auch von Westen, aus dem römischen Gebiet um das heutige Braubach, Dachsenhausen und Marienfels kam ein alter Überlandweg hier an, der hier auf „die alt Straß“ stieß. Der Verkehr auf beiden Wegen ließ sich von Kastell aus leicht überwachen.

Das Kastell Pohl war zwar immer vermutet worden, seine genaue Lage war aber lange unbekannt. Die ersten Spuren fand der Streckenkommissar Ernst Fabricius von der Reichslimeskommission am letzten Tag der Ausgrabungen 1897, weitere dann im August und September 1903. Dem in der Neuzeit fast vergessenen Professor Ernst Fabricius, später Leiter der Reichslimeskommission, zu dessen Lebenswerk die Limeserforschung letztlich wurde, hat man 1997 in Pohl eine Straße gewidmet.

Am Ende der Bemühungen stand für die Forscher fest: Das Erdwerk des Pohler Kastells war 43 x 34 Meter groß. Seine Nordwestkante lag im heutigen Verlauf der Kirchstraße. Gefunden wurden neben Scherben und Kulturresten auch zahlreiche Spitzgräben von ca. 2 m Tiefe sowie Fundamente. Sie belegen einen Steinturm in der Nordwestecke sowie einige feste Gebäude innerhalb der Anlage.

Kleinkastelle wie das in Pohl hatten die Aufgabe, die Lücken in der Grenzüberwachung zwischen den größeren Kastellen zu schließen. Von hier aus wurden die Limesübergänge überwacht, die Wachtturmbesatzungen ausgewechselt und die Grenzstreifen eingesetzt. In ruhigen Zeiten bedeutete dies Personen- und Warenkontrolle, in kriegerischen Zeiten zog man hier Verstärkungen zusammen. Flaggen und Hornsignale, bei Nacht auch Fackeln, dienten der raschen Nachrichtenübermittlung von Wachtturm zu Wachtturm bis ins nächstgelegene größere Kastell von Hunzel oder Holzhausen.

In den nachgewiesenen festen Gebäuden innerhalb und außerhalb des Kastells im Bereich des heutigen Pfarrgartens kann man die Anfänge der Ortschaft Pohl sehen. Auch beim Kirchenbau 1874 war man in diesem Gelände auf Fundamentgräben aus römischer Zeit gestoßen, wie später seitens der Erbauer zugegeben wurde, jedoch hatte man diese verschwiegen, um den Fortgang der Bauarbeiten nicht zu gefährden.

Das Pohler Kastell verlor seine Bedeutung, als um 260 nach Chr. der Druck der anstürmenden Germanenstämme zu groß wurde. Der Grenzwall musste bald danach aufgegeben werden. Das Steinmaterial wurde sicher bald für den Haus- und Straßenbau verwendet, die letzten Spuren der Anlage verwischten sich im Laufe der Jahrhunderte.

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