Vereine

MGV Cäcilia

MGV Logo MGV_Aktuell

Turn- und Sportverein

TUS Logo

Freiwilllige Feuerwehr

FFW Logo Brandaktuell

Förderkreis Limeskastell Pohl

Förderkreis Logo

Kirchen

Die katholische Pfarrgemeinde "Mariä Himmelfahrt" Pohl

Logo der katholischen Kirchengemeinde

Der katholische Kirchenchor

Chor Logo

Die evangelische Kirchengemeinde Niedertiefenbach

Logo der evangelischen Kirchengemeinde

Aktuelles ums Pohler Kleinkastell

Pläne zur Rekonstruktion eines Limes-Kleinkastells in Pohl

2000
Die Idee zur Visualisierung römischer Spuren in Pohl, das seinen Ortsnamen und sein Ortswappen von der Lage an der ehemaligen römisch-germanischen Grenze herleitet, stammt aus dem Jahre 2000. Der heutige rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch hatte bei einem Besuch die Anregung gegeben. Wenig später empfahl die Archäologische Denkmalpflege, nicht die Rekonstruktion eines der schon zahlreich vorhandenen Wachttürme anzustreben, sondern die Wiedererrichtung eines Kleinkastells, wie es einstmals in Pohl gestanden hatte. Auslöser für die Überlegungen war die Beplanung eines kleinen Neubaugebietes in Limes-Nähe.
2001 – 2005

Im Ortsgemeinderat wird die Idee mit einer gewissen Skepsis aufgenommen, weil über allen Plänen die Sorge um die finanzielle Leistbarkeit steht. Dennoch ist man sich rasch einig in der Absicht, alle Möglichkeiten der Realisierung auszuloten, um die Chancen, die mit einer solchen "Jahrhundert-Investition" zweifellos auch verbunden sind, zu nutzen. Diese Chancen werden für die Region, aber auch für die eigene innerörtliche Infrastruktur gesehen.

Aus der Ortsgemeinde suchte fortan eine Arbeitsgruppe den Kontakt mit vergleichbaren Einrichtungen in Rheinland-Pfalz. Besonders intensiv war er nach Rheinbrohl (caput limitis), das in noch größerem Umfang Limes-Projekte umsetzt, sowie nach Neuenahr-Ahrweiler und zur saarländischen Villa Borg. Besuche gab es auch in Bayern (u.a. in Weißenburg), in baden-württembergischen Limes-Abschnitten und "in der heimlichen Limes-Hauptstadt Aalen" (Sitz des Vereins Deutsche Limes-Straße), im Keltendorf am Donnersberg und in Pommern an der Mosel. Mit ersten Entwürfen und Betriebskonzepten in der Hand suchte man den fachmännischen Rat von Insidern und den Erfahrungsaustausch mit betroffenen Gemeinden. Übereinstimmend erfuhren die Pohler Vorhaben, die inzwischen vom Planungsbüro Professor Uhle, Winden, vorgelegt worden waren, breite Zustimmung und Ermunterung.

Nachdem der obergermanisch-raetische Limes im Juli 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden ist, erreicht die öffentliche Aufmerksamkeit am gesamten deutschen Limes-Abschnitt einen neuen Höhepunkt – und erreicht sogar das "Nassauer Land", das bisher als sehr rückständig und "als touristisch weißer Fleck an der Perlenkette Limes" gegolten hat. In Pohl kann man sich schon seit Jahren auf ein umfangreiches Heimatarchiv und auf Limes-Material stützen und ist so in der Lage, in zahlreichen Informationsveranstaltungen und in Limes-Führungen eine gewisse Vorreiterrolle im Heimatgebiet zu übernehmen. Das Bürgerhaus in Pohl war und ist seither auch Veranstaltungsort für die verschiedensten Tagungen und Gespräche innerhalb der Limes-Thematik.

Hinsichtlich der Investitionskosten liegen recht schnell und zuverlässig die Zusagen des Landes Rheinland-Pfalz und des Rhein-Lahn-Kreises vor, der sich über die Wirtschaftsförderung an dem Projekt beteiligen will. Ein relativ kleiner Teil soll – so sieht es die Planung vor – von der Region in Gestalt der Verbandsgemeinde Nassau und von der Ortsgemeinde Pohl übernommen werden, die später auch die Betriebskosten tragen sollen. Die Trägerschaft könnte dann bei einer Stiftung liegen.

Der von Anfang an erwartete Widerstand der Region beginnt sich erstmals Ende 2005 zu regen. Bis zum heutigen Tage ist er äußerst unterschiedlich motiviert, vorgetragen wird aber zumeist die Sorge, dass Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde auf den Folgekosten eines unwirtschaftlichen Projektes sitzen bleiben könnten. Zu beobachten ist, dass man sich in der Argumentation häufig auf Spekulationen stützt und dass es bei Befürwortern und Gegnern kaum eine gemeinsame Gesprächsbasis gibt. Dies hat damit zu tun, dass die Befürworter das Projekt praktisch ohne jegliche positive Begleitung in der Presse gelassen haben, und dass sich Gegner nur selten oder nie um Informationen vor Ort bemüht haben. Verwirrende und willkürlich interpretierte Zahlen nähren den Widerspruch. Während man ursprünglich gehofft hat, beide Seiten könnten gemeinsam zur Realisierung des Projektes beitragen, ist nach einem Jahr das Gespräch praktisch unmöglich geworden.

2006
Die erforderlichen politischen Zustimmungen zum Projekt liegen allesamt vor. Nach dem Ja von Land, Kreis (Wirtschaftsförderung) und Ortsgemeinde hat sich die Verbandsgemeinde aber nur zu einem Ja unter Bedingungen durchringen können. Das Ja der Ortsgemeinde kommt mit 8 Ja-Stimmen bei 1 Gegenstimme zustande, wobei sich auch die Gegenstimme zur Mitarbeit an einer erfolgreichen Umsetzung verpflichtet.
2007

Aus Verfahrens- und praktischen Gründen wird vom Land vorgeschlagen, die Ortsgemeinde solle als alleiniger, von der VG-Verwaltung unterstützter Träger das Bauvorhaben durchziehen. In welcher Form die Trägerschaft im Betrieb organisiert werden soll, ist noch offen. Äußerst detaillierte Pläne für den Bau mit Absicherungsmechanismen gegen ausufernde Kosten und Nachsteuerungsmöglichkeiten durch die Gemeinde liegen zur Antragsstellung beim Land vor.

Einige Umlandgemeinden, die anfangs die Pohler Limes-Interessen belächelt und als touristisch wenig ergiebig erachtet haben, sind mittlerweile am Limes sehr aktiv geworden und bieten sich zusammen mit Einrichtungen jenseits des Heimatraumes als Partner an.

Am 19. April spricht sich der Verbandsgemeinderat mehrheitlich dafür aus, Bau und Betrieb des Projektes mitzufinanzieren. In der Aussprache gibt es auch tragische und komische Momente, weil sich Befürworter und Gegner mittlerweile weit voneinander entfernt haben und über keinerlei gemeinsame Gesprächsgrundlage mehr verfügen. Auch ein Pohler Ratsmitglied, das zugegebenermaßen nur unzureichend informiert ist, stimmt gegen das Projekt. Aus der Gegnerschaft erklären sich später einige Ratsmitglieder bereit, an der Realisierung des Projektes mitwirken zu wollen.

Im Juni kommt es in Pohl auf Initiative der Ortsgemeinde zur Gründung eines Fördervereins, der schon nach kurzer Zeit innerhalb und außerhalb der Ortsgemeinde zahlreiche und auch namhafte Mitglieder begrüßen konnte.

Seitenanfang