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Pläne am Limeskastell Pohl

Als es 260 bis 270 n. Chr. den immer häufiger anstürmenden alemannischen Reitertruppen endgültig gelang, den Wall auf breiter Front zu überwinden und die Römer zurückzutreiben, hatte der Limes seine Funktion verloren. Er geriet allmählich in Vergessenheit. Seine hölzernen Anlagen verfaulten, die Bruchsteine seiner Mauern gingen irgendwann und irgendwo im Haus- und Wegebau unter, Graben und Wall wurden spätestens im letzten Jahrhundert überbaut oder untergepflügt. Nur an den Stellen, wo Wald oder Erde die Anlagen vor der Einebnung schützte, blieben seine Spuren erhalten.

Ende des 19. Jahrhunderts endlich wuchs das Interesse in der Öffentlichkeit an der alten Anlage wieder, und die Reichlimeskommission sicherte wertvolle Spuren. Und jetzt, gut 100 Jahre danach, gibt es ein nie da gewesenes Interesse in der Öffentlichkeit für dieses weltgrößte Bodendenkmal. Weniger als Grenze wird es heute empfunden, sondern vielmehr als gemeinsames kulturelles Erbe Europas, das vom Hadrians-Wall in Nordengland über die deutschen Anteile und Österreich bis ans Schwarze Meer reicht. Deshalb hat die UNESCO am 15. Juli 2005 die Grenze des römischen Reiches zum Weltkulturerbe erklärt, um ihm besondere Aufmerksamkeit und besondere Schutzwürdigkeit zukommen zu lassen. Ausgezeichnet wurden damit auch zahlreiche „von unten“ kommende Initiativen, die in den vergangenen Jahrzehnten Kastelle und Thermen, Türme, Wallanlagen, Mauern und Brunnen ausgegraben und konserviert haben. Originalfundamente und nachgebaute Wachttürme, Tore und Palisaden, mehrfach als archäologische Parks gestaltet, veranschaulichen eindrucksvoll, wie sich die Römer einst gegen ihre germanischen Feinde zu schützen versuchten. Zudem findet sich in diesen Regionen kaum ein Heimatmuseum, keine archäologische Sammlung, in denen nicht steinerne Zeugen, Altäre, Stelen, Statuen, Münzen, Gefäße und andere Schätze zu bewundern sind – ergänzt und erläutert durch Texte, Pläne und Ausgrabungsfotos.

Pohl liegt an markanter Stelle im rheinland-pfälzischen Abschnitt des Limes. Zwischen den hier gut erhaltenen Graben- und Wallteilen mit deutlich erkennbaren Turm-Standorten lag an exponierter Stelle ein Kleinkastell, das nach dem Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung, der Denkmalpflege, aller Parteien in Land und Verbandsgemeinde und weiterer namhafter Befürworter wieder errichtet werden soll. Überaus verkehrsgünstig gelegen, kann es zu einem markanten Informationspunkt am Limes werden, wo eine solche Rekonstruktion einmalig wäre.

Die Ortsgemeinde Pohl, viel zu klein um ein solches Projekt auch nur unterhalten zu können, wurde mit den Plänen im Zusammenhang mit einem Neubaugebiet konfrontiert. Die Gemeinderäte unter Führung von Ortsbürgermeister Wolfgang Crecelius waren sich einig darin, die Dinge positiv anzugehen und die Chancen auszuloten. Seither hat die Ortsgemeinde - ohnehin Vorreiter in der Region, wenn es um die Aufbereitung der Heimatgeschichte geht - ihre Hausaufgaben gemacht: Zur Realisierung eines Limesparks mit dem wieder aufgebauten Kleinkastell wurden Grundstücksfragen geregelt, Nutzungskonzepte angefertigt und Pläne erstellt.

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